Was hat es mit der Asiatischen Hornisse auf sich?

von Summselei

In den letzten Jahren taucht sie immer häufiger auf: die Asiatische Hornisse, auch Vespa velutina genannt. Sie gilt als invasive Art und breitet sich zunehmend auch bei uns aus.

Woran erkennt man die Asiatische Hornisse?

Die Asiatische Hornisse ist etwas kleiner und dunkler als unsere heimische, geschützte Europäische Hornisse. Auffällig sind ihre schwarzen Körperpartien, die gelb gefärbten Beine und ein orangefarbener Streifen am Hinterleib. Ihre Nester sind meist kugel- oder sackförmig und hängen oft hoch oben in Bäumen, gut sichtbar, aber schwer erreichbar.

Asiatische Hornisse (Vespa velutina)
Europäische Hornisse (Vespa crabro)

Warum ist sie ein Problem?

Die Asiatische Hornisse jagt nicht nur Honigbienen, sondern nutzt auch andere Insekten wie Schmetterlinge, Fliegen oder Wildbienen als Beute.

Durch ihre hohe Individuenzahl und rasante Ausbreitung kann sie erheblichen Druck auf heimische Insektenarten ausüben und stellt damit nicht nur für die Imkerei ein ernstzunehmendes Problem dar. Es gibt bereits Berichte über Schäden in der Landwirtschaft. Vor allem im Weinbau frisst sie an reifen Trauben, was zu Ernteverlusten führen kann.

Warum breitet sie sich so schnell aus?

Ein Grund für die rasante Ausbreitung liegt in ihrer Fortpflanzung. Aus einem einzigen Nest entstehen im Herbst hunderte Jungköniginnen. Als Faustregel sagt man, das aus einem Nest im Folgejahr 5-8 neue Nester entstehen. Das und die Tatsache, dass die Hornissen auch große Distanzen bis zu 80kg fliegen können, macht es schwierig, die Ausbreitung einzudämmen, und erklärt, warum Sichtungen in immer mehr Regionen zunehmen.

Primär- und Sekundärnester

Anschauungsstück Sekundärnest der Asiatischen Hornisse

Die Asiatische Hornisse baut im Laufe eines Jahres zwei unterschiedliche Nester.

Im Frühjahr entsteht zunächst ein kleines Primärnest, oft in geschützten Bereichen wie Schuppen, Carports oder unter Dachvorsprüngen. Auch in kaputten Fußbällen oder unter Gartenmöbel-Abdeckungen wurden schon Nester gefunden.

Wächst das Volk, zieht es um und legt ein deutlich größeres Sekundärnest an, meist sehr hoch in Bäumen. Diese großen Nester beherbergen mehrere tausend Tiere und man sollte unbedingt auf Abstand bleiben!

Gefahr für den Menschen?

Einzelne Individuen sind für Menschen in der Regel nicht gefährlich, solange man Abstand hält. Kritisch wird es jedoch in der Nähe ihrer Nester, die die Asiatische Hornisse entschlossen verteidigt. Deshalb sollte man sich ihnen keinesfalls nähern und stattdessen ausgebildete Fachleute kontaktieren, die genau wissen, wie die Nester entfernt werden können.

Was tun bei einer Sichtung?

Hast du eine Asiatische Hornisse oder ein Nest entdeckt, halte unbedingt Abstand! Mache am besten aus sicherer Entfernung ein Foto und melde deine Beobachtung im offiziellen Meldeportal des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG). So können Fachstellen reagieren und weitere Schritte einleiten.

Meldeportal HLNUG

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